Familienstreit und Versöhnung

Wie schon einmal erwähnt, ist meine dritte Klasse nicht einfach. Wir haben sehr viele auffällige Schüler, dazu diesen riesen Klassenraum, einen Achtstundentag da Ganztagsschule und ja: insgesamt haben wir es wirklich nicht leicht. 

In der Klasse kommt es immer wieder zu massiven Konflikten und Grenzüberschreitungen, obwohl die Kinder sich eigentlich alle mögen und ich schwöre: Jedes einzelne Kind ist auf seine Art und Weise ganz wundervoll, liebenswürdig, klug und witzig. Aaaaber auch heute: Riesenstreit! Und das, weil alle zusammenspielen wollen (ja, da sind sie sich einig) und, ich zitiere an dieser Stelle, “es ihnen alles über den Kopf wächst.” Nach gefühlten zwei Stunden Streitschlichtung kam meinem Klassenteam und mir dann am Schulschluss unser nachtregliges Valentinsgeschenk gerade Recht. Die Lilly hat sich da aber auch Mühe gegeben und wie Kinder so sind uns allen einmal so richtig die Meinung gegeigt. Gut, dass Frau Radischen so humorvoll ist und wir uns dann gemeinsam in den Feierabend hineinlachen konnten (für die Faulen unter euch, habe ich den relevanten Brief extra einmal markiert): 

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Valentine’s Day

Heute ist er da: Der Tag der Liebenden, der Turteltäubchen, der Küsse und der frustrierten Singles. Und der Tag, an dem alle Drittklässler-Jungs im Chor einmal ganz laut “Ihhhh” und “Urghs” rufen dürfen, bevor sie sich schütteln und sich dann wieder zusammenreißen, um sich mit voller Kraft auf den Englischunterricht zu konzentrieren. 


Zu Beginn der Stunde legte ich also als stummen Impuls (Ha! Doch was gelernt im Ref.) kitschige Bilder auf rotem Untergrund in die Kreismitte. Die Jungs reagierten wie vorausgesagt; die Mädchen, ganz motiviert bei der Sache, schnippten aufgeregt und ließen im Takt ihres Armfuchtelns Stöhnlaute aus. Alle Begriffe wurden auf Englisch benannt (Gar nicht so schlecht, deine Klasse, Frau K.!) und anschließend haben die Kinder ihnen die Wortkarten zugeordnet- jaja, auch das Lesen wird immer besser. Dann haben wir einen vierminütigen faszinierenden Film darüber geschaut, wie dieser Tag entstanden ist (Ich bin ja bekennender Youtube-Fan und ich kann euch sagen: Von Soldaten, Liebe und Todesstrafe war die Rede- da wurden sogar die Jungs hellhörig) und den Film im Anschluss besprochen, bevor es in die Arbeitsphase ging. Diese war, unserem Lehrwerk entsprechend, recht einfach und bestand aus einem Gitterrätsel mit den vorher eingeführten Begriffen. 

Die schnellen Kinder treffen sich bei mir immer am “Bus Stop”, wo sie eine Partneraufgabe bekommen. Mal besteht sie aus “Ergebnisse vergleichen”, mal aus einem Sprechanlass zur Festigung…ach, papperlapapp. Lassen wir das! Heute sollten sie sich zu zweit mithilfe von vorgegebener Reime einen neuen Reim entwickeln und diesen auf eine Valentinstagskarte schreiben. So weit so gut. Die Arbeitsphase war entspannt und ruhig, bis auf einmal: 

Tanja: “Pssst, du Frau K., komm mal.”

Ich schlich zum Tische von Tanja, Ronja, Timo und Anna.

Ich: “Pssst. What’s up?”

Tanja: “Timo hat ‘ne Valentinstagskarte von Lilly bekommen.”

Ich: “That’s nice. Do you like it?”

Timo: “Ja, aber ich sag nicht was drin steht. Obwohl ich nicht in Lilly verliebt bin.”

Ich: “You don’t have to tell. Remember: Valentine’s Day is also about secrets.”

Tanja: “Aber Frau K., ich hab Timo erstmal erklärt, dass es nicht nett ist, einem Mädchen zu sagen, dass man es nicht liebt. Und jetzt behauptet Timo, ich liebe ihn.”

Ich: “And do you?”

Tanja (steht theatralisch auf und flüstert): “Jetzt mal unter Frauen. Ich muss mich ja schon übergeben, wenn ich nur ans Küssen denke!”

Highlight des Tages

Heute, 6. Stunde Englisch in der 1c.

Ich: “Repeat the words! Windy.”

Klasse: “Windy.”

Ich: “Rainy.”

Klasse: “Rainy.”

Ich: “Cloudy.”

Klasse: “Cloudy.”

Ich: “Sunny.”

Klasse: “Sunny.”

Ich: “Snowy.”

Klasse: “Snowy.”

Ich: “Ooookay. Very good.”

Klasse: “Ooookay. Very good.”

Ich: “Okay. Stop!”

Klasse: “Okay. Stop!”

Ich:  

Ein Award für versatiles Bloggen

Da heute zeugnisfreier Montag ist, habe ich genug Zeit mich auch um schöne Dinge zu kümmern. Die liebe Tagebuch einer Sprachenlehrerin hat mich für den VBA (The versatile Blogger Award) nominiert und die Nominierung nehme ich dankend an. 

Die Regeln für die Teilnahme lauten: 

 – Danke der Person, die dich nominiert hat (hab ich schon!)

– Wähle 15 Blogger aus, um sie deinerseits für den VBA zu nominieren.

– Erzähle 7 Dinge über dich. 

Ich werde es trotz reiflicher Überlegung wohl nicht auf 15 Blogger schaffen, aber ein paar werden mir sicher einfallen. Aber beginnen wir mit 7 mehr oder weniger unbekannten Fakten über mich: 

1) Ich besitze über 90Paar Schuhe- und ja, tatsächlich sind sich einige sehr ähnlich und tatsächlich trage ich auch nicht alle. 

2) Ich arbeite an einem Roman, der nichts mit meinem Blog zu tun hat. 

3) Mein MacBook ist seit Oktober kaputt, weshalb ich jeden Blogbeitrag im Moment am Handy verfasse.

4) Ich habe zuhause weder ein Arbeitszimmer, noch einen Schreibtisch. 

5) Manchmal esse ich Chips zum Frühstück. 

6) Ich wohne mit fast 30 Jahren in einer WG und liebe es. 

7) Ich bin Vegetatier. 

Ich bin mir nicht sicher, wie interessant das hier alles war, aber ich habe mein Bestes gegeben. Ich nominiere: 

Abgebrochener Bleistift

Lehrercafe

Altenheimblogger

Tinatainmentia
Pimalrquadrat (Der hat aber schon mitgemacht…)
Natürlich darf jeder, der möchte, bei dem Award mitmachen. Schaut doch mal bei den von mir nominierten Blogs vorbei. 

Stolz wie Oskar

Ich bin ja manchmal wirklich stolz auf die Monsterzwerge. Zum Beispiel neulich:

Für gutes Verhalten sammelt die Klasse in einem Glas Muscheln. Ist das Glas voll, entscheiden die Kinder im Klassenrat über eine Belohnung. Die einzige Bedingung ist, dass die Belohnung nichts kosten darf. Bisher haben sich die Kinder meist für “Filmgucken” oder eine Spielzeugstunde entschieden. Dieses Mal hat Frederike vorgeschlagen, dass wir, ähnlich wie beim Wichteln, jeder einen Namen ziehen und dem Kind dann ein Geschenk kaufen. Auf meinen Einwand hin, dass die Belohnung nichts kosten dürfe, haben wir uns auf “etwas basteln und einen netten Brief schreiben” geeinigt. Und beim Abstimmen hat dann tatsächlich mehr als die Hälfte der Klasse auch für diese Belohnung gestimmt.

Also zogen wir am vergangenen Freitag die Namen. Von “Yeah!” über “Ohhhh nein!”, war alles dabei. Und natürlich konnten nicht alle Kinder für sich behalten, wen sie gezogen haben. 

Ich habe aus pädagogischen und emptionalen Gründen absichtlich einen Schüler gezogen, der mich grundsätzlich gemein findet und sich häufig ungerecht behandelt fühlt. Immer mag ich alle anderen viel lieber als ihn. Und natürlich glaube ich auch immer allen anderen und nie ihm (na, wer weiß, von welchem Schüler ich spreche??).

Ich habe mir lange Gedanken gemacht, und mich dann dazu entschieden, ihm ein Armband mit den “Perlen des Glaubens” (https://www.perlen-des-glaubens.de/) zu schenken, weil ich für mich selbst schon oft diese Armbänder gebastelt habe und er auch sehr christlich erzogen wird. 

Es war sehr schön zu sehen, wie gerührt er war (bis auf Wut und Schadenfreude zeigt er nicht sehr häufig Emotionen), er konnte nicht aufhören, sein Armband anzufassen und meinen Bief durchzulesen. Das hat dann auch mein kaltes Herzchen erwärmt. 

Aber auch die anderen Kinder haben sich sehr viel Mühe gegeben. Von Freundschaftsarmbändern und  dreidimensionalen Autos über Portraits auf Leinwänden bis hin zu selbstgenähten Federmäppchen in Lieblingstierform war alles dabei.


Das Überreichen war immer sehr spannend, auch für die Kinder, die ihr Geschenk schon bekommen oder gegeben haben. Und das, obwohl sie allesamt schon ganz hibbelig waren, wegen der Zeugnisse die im Anschluss auch noch verliehen wurden.

Auch ich habe estwas Schönes bekommen. Mein Name wurde von Amanda gezogen, die erst seit dem Sommer bei uns in der Klasse ist. Wie so viele ist sie mit einer Schulfrustration auf unsere Schule gewechselt. 


Ja, heute strahlt mein Lehrerinnenherz und ich bin stolz wie Oskar auf meine Klasse, die wahrlich keine einfache Klasse ist. 

Anmerkung zum Thema Stolz: Vor fünf Minuten kam eine Mutter in mein Büro: 

“Frau K., Anton hat sein Zeugnis verloren. Können Sie es vielleicht noch einmal ausdrucken?”

…wohlbemerkt gerade einmal 1,5Stunden nach der Zeugnisvergabe. Hach, bin ich stolz!

Meine Woche in Bildern

Erstmal so viel: Mir geht es grad trotz Zeugniszeit und Müdigkeit sehr gut. Ich habe ein Hoch! Meine Klasse hat ein Hoch! Ich habe keine neuen Geschichten, nur viele tolle Eindrücke meiner Terror-Zwerge, die sich immer noch streiten, manchmal prügeln, aber auch manchmal einfach wirklich, wirklich toll sind.


In Mathe besprechen wir gerade 3D-shapes. Dafür haben wir von zu Hause welche mitgebracht (man beachte die vielen Dosen und den Labello in Zylinder-Form und den tollen selbstgebauten Riesenwürfel) und auf deren Merkmale hin untersucht. Außerdem stellten wir fest: So viele Pyramiden und Kegel gibt es nicht in deutschen Haushalten.

By the way: Mathe in Englisch- Great Fun!


In Kunst haben wir uns in den letzten Stunden mit dem Künstler Henri Matisse beschäftigt, der, wie wir nun alle wissen, das “Zeichnen mit der Schere” erfunden hat. (“Boahhhh, Frau K., so eine doofe Kunststunde hatten wir noch nie, wir haben nur gelabert und kein bisschen selbst Kunst gemacht.”) Diese Woche war es also so weit, die Kinder kreierten mit der Schere angelehnt an seine Kunstwerke zur Überschrift “Bestien des Meeres” ihre ganz eigenen Werke.


Außerdem habe ich es endlich, nach tausendfacher Erinnerung, geschafft, einen Schneckendienst einzusetzen- natürlich nur welche, die sich im Sachunterricht den Schneckenpass erarbeitet haben. Juhuu, endlich stehen mir zwei Schüler bei der Schneckenpflege im Weg rum (Kleiner Scherz am Rande!!!). Aber Rowdie Kerrem hat sich die ruhige Finnja als Partnerin gewählt. Super, Kerrem! Weiter so!


Und zu guter Letzt: (Fast) Alles was ich für die Woche in meiner Klasse brauche auf einem Tisch: “Psst-Karten” für den Sitzkreis (Wer drei hat, fliegt!), das “Mood-Wheel” mit den Steinen, mit dem wir jeden Tag starten, die Klangschale für “Ruhe im Karton” (ja, funktioniert sogar manchmal) und das Muschelglas*, in das die Kiddies am Freitag eine Muschel hineinwerfen dürfen. Irgendwann ist das Muschelglas dann voll und wir beschließen im Klassenrat eine Belohnung. Dieses Mal haben sich die Kinder eine super-duper-ichbinsostolzaufsie-Belohnung ausgesucht. Aber das, meine lieben Freunde, ist eine andere Geschichte!

*Nicht im Bild: “Dong” als “Kreiszeichen, “Regenstab” für “Armpaket, Kugelfisch” (Arme verschränken, Backen aufpusten, Mund zu, Augen zum Lehrer! Auf KEINEN Fall wird jetzt noch geschrieben, gemalt, gelesen, geschnitten, geklebt, gelesen…!), sowie grüne, gelbe, und rote Karten.

Von Ohrwürmern und Augenärger

Mit den Erstis spreche ich im Englischunterricht im Moment über Körperteile und ergänzend dazu über Gefühle. Während sie die Körperteile mittlerweile fast alle im Schlaf beherrschen, taten sie sich bei den Gefühlen lange schwerer. Nachdem diese aber in der letzten Stunde dann doch so gut geklappt haben, sollten die Kinder heute zunächst in Partnerarbeit, dann in der Großgruppe, Quatschsätze bilden, indem sie von zwei Stapeln Karten jeweils ein Körperteil und ein Gefühl ziehen. Unter großen Gelächter wurden also Sätze erfunden: 

“The mouth is tired.”

“The nose is angry.”

“The tooth is happy.”

Nur die Karte “curious” schien den Kindern nach wie vor Probleme zu bereiten (nicht verwunderlich, mit Kollegen habe ich lange gerätselt, ob wir das vom Lehrwerk vorgeschlagene Wort oder ein anderes nehmen sollen…):

Quelle: s.unten

Michel, der die Karten “Finger” und “neugierig” zieht, sagt: “The finger ist komisch, weil Mr Mole sich über seinen Apfel wundert.”

Und wenig später sagt Nils bei den Karten “Ohr” und “neugierig”: “The ear has worms. Earworms.”

Bildquelle: Sunshine Book 1, Activity Book

Eine Weihnachtsgeschichte

Seit Monaten ist mein MacBook kaputt und das ist auch der einzige Grund, warum ich seit Ewigkeiten keinen einzigen Beitrag mehr veröffentlicht habe. Die Kinder schlafen nämlich nicht und genausowenig tun es die Klassenzimmergeschichten. Ich möchte euch heute eine Geschichte erzählen, die kurz nach den Herbstferien begann und ihr vorläufiges Ende am letzten Tag vor den Weihnachtsferien fand.

Ich habe über einige Monate hinweg mit einem Schüler meiner Klasse massive Probleme gehabt. Tims Verhalten war schon immer durch ein hohes Maß an Wut und Aggressivität gekennzeichnet. Wegen Kleinigkeiten geht er an die Decke, baut sich vor Lehrern und seinen Mitschülern auf. Nun ist Tim zusätzlich auch noch groß und kampfsporterprobt. Er macht sogar mir Angst. Außerdem kann Tim gut beleidigen. “Du scheiß Lehrerin.” “Ich muss nicht auf dich hören, du bist nicht meine Mutter.” “Du hast noch nie in der Bibel gelesen. Du dumme Lehrerin kommst in die Hölle!” “Urghs, fass mich nicht an. ICH WILL NICHT, DASS DU MICH BERÜHRST. IHHH.”  Nach ein paar Wochen dünkte mir: Der hat nicht einfach nur ein Problem mit sich selbst oder mit der Schule, nein! Wir, er und ich, haben ein Problem miteinander, denn: Ruhig und besonnen habe ich auf sein Verhalten auch schon lange nicht mehr reagiert. Wir haben geschrien, einander nachgeäfft, Türen geknallt, gedroht. (Sehr professionell, ich weiß!) Und zwischen all dem, die äußerst angebrachte Frage eines Kollegen: “Frau K., magst du Tim denn überhaupt?” Puuuh. Ja! Ohne zu zögern. Und es trifft mich, dass er mich eklig findet und es trifft mich, dass er angewidert wegrutscht, wenn ich mich im Sitzkreis neben ihn setze. Aber ja, ich mag ihn. Er ist wahnsinnig klug. Er ist witzig. Er ist sehr reif für sein Alter- in vielerlei, nicht in aller Hinsicht. Er ist hilfsbereit. Er ist freundlich, wenn er nicht gerade auf sich oder sonst wen wütend ist. Ja! Ich mag ihn. 

Aber die Probleme blieben, auch nach diversen Elterngesprächen, in denen er, die Eltern und ich Besserung gelobten, in denen aber auch Aussagen fielen wie: “Mein Sohn kann nichts dafür, dass er schwarz ist.” (Ehrlich? Das beleidigt mich jetzt noch mehr, als wenn er im Sitzkreis wegrutscht und IHHHH ruft.) 

Ich bin die gemeinste Lehrerin der Welt. Und unfair. Und nieeeee, wirklich nieeeee auf seiner Seite! 

Am letzten Tag vor den Weihnachtsferien kam dann meine Chance. Die Kinder hatten sich eine Belohnung erarbeitet (gut, Tim hätte eigentlich nicht dabei sein dürfen, aber es war ja Weihnachten und die Klasse hat sich für ihn stark gemacht) und so durften sie mit Kuschelkissen und -decken bewaffnet einen Film gucken. Da ich entschied, welchen, fiel die Wahl auf meinen Lieblingsfilm Matilda. Und man konnte Tim ansehen, wie schockiert er von dem Verhalten von Fräulein Knüppelkuh war und man konnte seine Freunde flüstern hören: “Zum Glück ist Frau K. nicht so streng.” “Ja, manchmal muss sie ja auch gemein sein, wenn wir uns nicht benehmen.” “Ja, das musst du zugeben, Tim.”


Und am Ende des Tages, als der Film geguckt und reflektiert war und ich im Begriff das Schulgelände zu verlassen, rief mir Tim hinterher:

 “Tschüss, Frau K., schöne Weihnachten und entschuldigung.”

– “Wofür denn?”

“Ach, ich weiß auch nicht. Für alles irgendwie.”

– “Von mir auch entschuldigung. Und schöne Ferien!”

Foto von: http://www.writeups.org/wp-content/uploads/Trunchbull-Matilda-movie-Pam-Ferris-a.jpg

The Lessons we learn from Syria:

I am Herr Lee, a secondary science teacher from the US working internationally. I worked in New York City for 6 years before moving abroad to teach in the Caribbean. After 3 years in the tropics, I moved to Europe where, I currently live and work in Germany.

These are my accolades as I acclimate to the new atmosphere, culture, and professional dynamic.

After sitting in a full faculty meeting for two and a half hours, there was an opportunity to discuss the recent decision by our district to cease the offering of classes for Syrian refugees. This decision came as a surprise to most of the faculty as it was never truly discussed nor was it ever mentioned in previous encounters with the governing body. So the decision for these very broad regions were made on our behalf without notice nor consultation. Our representatives unanimously rejected such a proposal, but were outnumbered. Perhaps this decision is in response to the shift in the political representatives as Merkel’s party has lost footing in the most recent election.

As an educator at a public institution, it hurts the professional conscience to turn our collective backs on a group that had to surrender their homes for reasons beyond any individual’s comprehension. What is happening in Syria has reached other nations through the migration of their children, their families, and those who are capable of fleeing the horrors of war.

Something I have not been able to witness in the US is the outspoken nature of faculty. Moving to Germany has been an awakening to the difference in culture when we talk about how we respect education and educators. In the US, teachers are often vilified, blamed, and scapegoated for pretty much everything. I recall reading an article about how an economist blamed the crash of the global economy on the unionization of teachers instead of the sub-prime mortgages the banks were issuing…

When I was teaching in NYC, one teacher shared a video about how after the September 11 attacks, the Mayor of New York went out of his way to thank the police, fire fighters, and first responders, but would never mention the contribution of teachers who were using their schools as shelters and watching the city’s 1.1 million children for several hours longer than they were supposed to.

Teachers don’t go into the profession for recognition, but they sure as hell don’t stay if they are neglected and ignored (I feel like I’m a perfect example of this). It is refreshing to hear a robust dialogue about aligning our professional aspirations as a learning community by embracing refugees as a means of embodying global citizenship. Sadly, a dialogue in vain as the decision does not appear to be reversible from our political position.

How many schools in the US would even entertain such a dialogue? I’d say, none. It is one of the valuable lessons that I have learned as an international teacher that local decisions will never address global issues. So the existential question that Americans should ask themselves is, “How are schools preparing their graduates for the global environment if they refuse or turn their backs on global issues?”

Though I am a rather harsh critic of the United States, there have been glimmers of hope in some states, who have openly rejected mandates and have granted more decision-making towards the faculties that implement the curricula. It is a common sense decision to allow educators, who are trained to teach, to do their job and not have some moron of a politician dictate what should or should not happen in classrooms.

In retrospect, it is not an easy decision to make when it comes to offering transitional courses for refugees. The flexibility of the school systems I have seen in Dutch and German systems are not built for such an influx of immigrants. Integration is difficult, though it is not impossible. Germany had a massive influx of Turkish immigrants who have successfully integrated (though this depends on your definition of success – their German is better than mine and I love their döner, so I consider it a success).

Despite the decision to turn away refugees, I have seen the passion that teachers have here to advocate for relevant issues and it has been an impressive display.

Der Keller des Schreckens

Ganz langsam verbreitete es sich in der ersten Pause in der Schule: Der Hausmeister hat im Keller einen Mader (offensichtlich ohneR) gesehen. Nun gut, passiert. Braucht man nicht weiter drauf eingehen.

In der zweiten Pause, war es nicht mehr der Hausmeister. “Frau K., im Keller ist ein Mader. Der hat leuchtende Monsteraugen.”

Ein Mädchen weint. Nein, zwei. Marie weint sonst nie. Puuh. “Frau K., Collin sagt, er wurde von dem Mader gebissen. Ich will nach Hause, ruf meine Mama an!”      -“Collin lügt, geh raus in die Pause! Draußen ist kein Mader.”

Meine Kollegin kommt mir entgegen: “Hast du schon von den blutigen Handabdrücken an den Kellerwänden und den abgebissenen Fingerkuppen gehört?” Ich rolle die Augen.

Nach der Pause, auf dem Weg nach oben gehe ich an Plakaten vorbei. “Mader gesichtit. Achtunk lebensgefar.” “Geht nicht in kella. Mader beist.” “Achtung. Gefah in Ferzug.” Ich reiße die Plakate ab. Ich erkenne die Handschrift und meinen Edding.

Als ich die Klasse betrete,  weinen die zwei Mädchen immer noch. Sie werfen sich theatralisch in meine Arme. Ich wollte Mathe machen. Stattdessen also eine Gesprächsrunde.

“So, wer kann mal erklären, was ein Marder ist? Trina!”  -“Das ist ein längliches Tier, größer als eine Ratte, das knabbert Dinge an.”

“Genau. Ihr wisst bestimmt auch, ob es tag- oder nachtaktiv ist. Victor!”      -“Es ist nachtaktiv.”

“Super. Und das bedeutet, dass er sich entweder im Dunkeln aufhält oder nur Nachts sein Versteck verlässt. Wird er euch also auf dem Schulhof begegnen?” “NEIN!” “Wird er in die Klassenzimmer kommen?” “NEIN!”

“Ich habe hier im Treppenhaus Warnschilder gefunden, die nebenbei voller Rechtschreibfehler sind. Der Marder beißt also. Welches Kind dieser Schule wurde denn gebissen?”  “Collin!”  “Collin, wurdest du gebissen? Wie geht das überhaupt? Ihr dürft doch gar nicht in den Keller. Sag jetzt schnell, dann würde ich nämlich nen Notarzt rufen, der muss dir dann eine Spritze geben.”  “Oh, dann dachte ich das wohl nur, dass ich gebissen wurde.” “Ah ja!” Ich zerreiße vor seinen Augen die von ihm geschriebenen Warnschilder und fauche: “Das war mein Stift!”

“Du, Frau K.. Stimmt es, dass der Marder den Virus übertragen hat?” “Jaaa, Frau K., der Marder hatte Schaum vorm Mund.”  -“Okay, und wer von euch hat den Marder gesehen? Ich meine, wo der doch im dunklen Keller lebt, in den ihr gar nicht gehen dürft.”

Komisch, es meldet sich niemand.

“Hat der jetzt den Virus übertragen? Der hat Kabel angeknabbert. Das hat der Hausmeister gesagt.” “Welchen Virus überhaupt?” “Na, den auf den Computern!” “Wer von euch erklärt einmal den anderen Kindern, was der Unterschied zwischen einem Virus auf nem Computer und dem bei einem Menschen ist?”                    …

 

Wisst ihr, worauf ich mich freue? Auf den Besuch vom Gesundheitsamt am Montag, das von irgendeiner besorgten Übermutti benachrichtigt wurde, weil es in der Schule einen tollwütigen Madrer mit Leuchtaugen gibt, der Kinder beißt und Krankheiten überträgt.